Dienstag, 17. Mai 2011

Mutterliebe

Mutterliebe treibt ja manchmal merkwürdige Blüten, die man als Außenstehender nicht immer nachvollziehen kann.

Nachdem ich bereits zwei Kinder von der Windel an die Toilettenbenutzung gewöhnt habe (und das mit vielen Unfällen im Übergangsprozess), dachte ich eigentlich, ich bin ziemlich abgehärtet. Heute jedoch fiel der geliebte Teddy vom kleinen Autofanatiker in die Toilette. Mein erster Instinkt war, das ohnehin schon dreckige Kuscheltier rauszuziehen und direkt in die Mülltonne zu tragen. Das hätte mir aber natürlich der kleine Autofanatiker niemals verziehen. Und irgendwie hänge ich ja auch an dem kleinen Zotteltier. Manchmal, wenn der kleine Autofanatiker nicht da ist, dann rieche ich an dem kleinen Stinker, weil er mich an mein verschlafenes großes Baby erinnert. Ich sage es doch, merkwürdige Mutterliebe.

Das mit dem Riechen ist mir aber natürlich jetzt bis auf weiteres vergangen. Wir zogen das Tier also wieder heraus und stellten es erst mal unter die Dusche. Dann meinte der große Autofanatiker, der von Kinderpsychologie offensichtlich so viel Ahnung hat, wie ich von, na, sagen wir mal Autos: "Na, das dauert aber jetzt paar Tage, bis der wieder trocken ist." Der kleine Autofanatiker bekam daraufhin einen beinahe hysterischen Anfall. Seitdem wir den Schnuller im Garten vergraben haben, hat der Teddy schließlich den Tröste- und Einschlafhilfeplatz übernommen und niemals schläft er ohne ihn ein. Daraufhin kam mein Akt der Mutterliebe: mehr als eine halbe Stunde föhnte ich das Vieh. Zum Glück hatte die Wäsche es einigermaßen geruchsneutral gemacht. Zwar immer noch etwas klamm, aber zumindest nicht mehr tropfend nass, nahm der kleine Autofanatiker seinen Teddy ganz glücklich mit ins Bett. Und gelobte feierlich, ihn nicht mehr an gefährliche Orte mitzunehmen.

Kommentare:

  1. Monster.No.1 hat heute seinen Kuschelwal im KiGa vergessen. Beim Einschlafen haben wir es bemerkt. Okay, da konnte ich sie noch mit "Wenn die Mama wieder da ist, die weiß bestimmt wo er liegt, lege ich ihn neben Dich!" Eingeschlafen. Aber die Mama wusste dann nur: Dat blaue Fischdings liegt eben im KiGa. Und jetzt, wenn sie im Schlaf sich umdreht, den Wal sucht zuckt sie auf und ruft mich. Okay, wenn ich gleich ins Bett geh nehm ich sie lieber gleich mit ;-)))

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  2. Ich hoffe, sie hat die Nacht gut ohne Kuschelwal überstanden! Immerhin ist sie eingeschlafen, das wäre bei uns schon ein Problem gewesen...

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  3. Es hat erstaunlich gut geklappt. Sie hat den Verlust erst am nächsten Morgen, als es Richtung KiGa ging wieder realisiert. Und da konnten wir ja locker mit "Du, der wartet schon auf Dich im Kiga; der ist schon mal vor" "Ahjaaa!" :-)

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