Mittwoch, 23. Januar 2013

Taschengeld: Was kostet die Welt

Wenn die Kinder größer werden, werden die Erziehungsfragen nicht weniger sondern wahrscheinlich nur andere. Natürlich muss man sich dann nicht mehr fragen, wie man das Baby dazu bekommt, in der Nacht durchzuschlafen (eine Frage, die ich mir mit meinem Baby leider immer noch stelle...). Man muss sich nicht mehr fragen, wie man das Kleinkind dazu bekommt, aufs Töpfchen zu gehen oder die Erbsen zu essen. Man muss nicht mehr befürchten, dass das Kind beim Arztbesuch das gesamte Wartezimmer mit Geschrei erfüllt.

Aber dann gibt es neue Fragen: Seit kurzem bekommt der kleine Autofanatiker Taschengeld. Nun wollte er sein neues Taschengeld ausgeben. In einem Laden fand er ein kleines Kuscheltier, das sein Herz begehrte. Natürlich war der Lustig Mann auch mit dabei. Und selbstverständlich wollte er auch so ein Kuscheltier haben. Der kleine Autofanatiker zählte sein Geld. Es würde gerade reichen, um zwei Kuscheltiere zu kaufen. Also machte er sich mit beiden Tieren auf den Weg zur Kasse. Ich war von soviel Großmut gerührt und schlug vor, das Kuscheltier für den Lustig Mann zu bezahlen. Im Nachhinein frage ich mich jetzt aber schon, ob ich nicht hätte den großen Bruder sein gutes Werk tun lassen sollen? Habe ich ihm damit nicht zu verstehen gegeben, dass es nicht gut ist, etwas für andere zu tun, auch wenn es heißt, dass man dann am Ende kein Geld mehr hat?

Und das ist noch kein Ende der Fragen, die das Taschengeld aufwirft: Was soll er alles davon kaufen? Wie ist das mit Sachen, die der Lustig Mann bekommt, der ja schließlich noch kein Taschengeld bekommt? Und soll er sich alles dafür kaufen dürfen oder sollten wir versuchen, ihn zu überzeugen, sein Geld sinnvoll auszugeben? Der große Autofanatiker hat vorgeschlafen, die Hälfte dazuzugeben, wenn er sich beispielsweise ein Buch kauft.

Die Antworten auf die Fragen habe ich bis jetzt noch nicht. Wie läuft das bei euch so ab?

Kommentare:

  1. Antworten auf diese Fragen suchen wir auch seit zwei Jahren. Da begannen wir, dem Großen Taschengeld zu geben. Es endete damit, dass auch die zwei Jahre jüngere Schwester ein Taschengeld bekommen musste. Sie bekam zunächst allerdings nur die Hälfte von der Summe, die der Große erhielt. Da das Vorbild des Großen Dagobert Duck ist, müssen wir bei ihm auf sinnvolles Ausgeben gar nicht so achten. Bei der Kleinen schon. Für Bücher geben wir immer etwas dazu.

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  2. Gutes Thema. Wir sind mit unseren Kindern noch nicht soweit, aber der Sinn vom Taschengeld besteht eigentlich darin, dass Kinder den Umgang mit Geld lernen. Und dazu gehört auch, dass sie selbst bestimmen dürfen, was sie sich von dem Geld kaufen, auch wenn es den Eltern nicht gefällt. Ich finde es aber völlig in Ordnung als Elternteil mit den Kindern darüber zu sprechen, wie sinnvoll ein bestimmter Kauf wäre. Trotzdem sollte man am Ende die Entscheidung des Kindes akzeptieren. Auch wenn's schwer fällt.

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  3. Ja, ich stimme dem völlig zu und wenn er sich mit dem ersparten Geld einen Herzenswunsch erfüllen möchte, den ich eigentlich doof finde, finde ich das auch in Ordnung. Mein Problem ist eher, dass ich möchte, dass er auch lernt, nicht einfach etwas zu kaufen, nur weil er gerade das Geld hat, denn das gehört ja im Leben auch dazu (ein Dagobert Duck ist er wohl nicht..).

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