Ich lasse mich hier gern berichtigen, aber beim Anschauen der Frühstücksnachrichten in den letzten Tagen auf dem BBC ist mir doch wieder einmal klar geworden, dass wir hier anscheinend auf der Insel der Glückseligen leben. Der halbe Kontinent steht unter Wasser? In der Türkei schlagen sie sich die Köpfe ein? Ist uns hier doch egal! Die Hauptmeldungen in den letzten Tagen waren: das 60-jährige Thronjubiläum der Queen, Wartezeiten im Krankenhaus, warum Schwangere keine Haushaltschemikalien benutzen sollen und eine Katze, die auf den Baum geklettert war. Na schön, das mit der Katze habe ich mir ausgedacht, aber der Rest stimmt!
Dank Internet bin ich nicht auf die Insel-zentrierte Berichterstattung angewiesen und sende auf diesem Wege viele Grüße und gute Wünsche an alle, die vom Hochwasser betroffen sind!
Mittwoch, 5. Juni 2013
Donnerstag, 9. Mai 2013
Abgestillt
Als das Baby kürzlich genau 19 Monate alt war, hat er sich abgestillt. Endlich. Aber irgendwie doch auch nicht endlich.
Ich habe mich nie als jemand gesehen, der sein Kleinkind noch an die Brust legen würde, aber es lief einfach so gut. Meine halbherzigen Versuche, ihm die Brust abzugewöhnen, hatte er bislang mit nächtlichem Schreien quittiert und so habe ich ihn Nacht für Nacht mit dem Stillen beruhigt. Mit 19 Monaten allerdings schlief er plötzlich für eine Nacht durch. Und dann noch eine, in der er nur urz aufwachte, seinen Schnuller wollte und dann wieder in den Schlaf sank. Das war es. Der Strom ist versiegt, die Brust gehört wieder mir und ich sollte mich freuen.
Ein Teil von mir tut es auch. Schliesslich schläft das Baby jetzt wesentlich besser und wenn er doch aufwacht, könnte auch der große Autofanatiker aufstehen (theoretisch! Praktisch hört er natürlich nichts...).
Ein kleiner Teil von mir ist jedoch auch ein bisschen traurig. Doch warum eigentlich? Nach einem Kind, dass nur 6 Wochen gestillt wurde und einem Kind, dass gar nicht gestillt wurde, weiß ich, dass Mutterliebe nicht über die Muttermilch fließt, dass man sich seinem Kind auch ohne Brustkontakt nahe fühlen kann, dass auch Flaschenkinder gesund groß werden, erst recht, wenn es sich schon um Kleinkinder und keine Babys mehr handelt. Aber ich denke, genau das ist es auch, was mich in leichte Wehmut versetzt: Mit 19 Monaten ist mein jüngstes Kind schon eine ganze Weile kein Baby mehr und mit dem Abstillen sind die Babytage nun endgültig vorbei.
Doch Wehmut hin oder her: Etwas mehr Schlaf nach mehr als 1,5 Jahren sind allen leichten Abschmiedsschmerz vom Babyzeitalter wert. In diesem Sinne: Gute Nacht!
Ich habe mich nie als jemand gesehen, der sein Kleinkind noch an die Brust legen würde, aber es lief einfach so gut. Meine halbherzigen Versuche, ihm die Brust abzugewöhnen, hatte er bislang mit nächtlichem Schreien quittiert und so habe ich ihn Nacht für Nacht mit dem Stillen beruhigt. Mit 19 Monaten allerdings schlief er plötzlich für eine Nacht durch. Und dann noch eine, in der er nur urz aufwachte, seinen Schnuller wollte und dann wieder in den Schlaf sank. Das war es. Der Strom ist versiegt, die Brust gehört wieder mir und ich sollte mich freuen.
Ein Teil von mir tut es auch. Schliesslich schläft das Baby jetzt wesentlich besser und wenn er doch aufwacht, könnte auch der große Autofanatiker aufstehen (theoretisch! Praktisch hört er natürlich nichts...).
Ein kleiner Teil von mir ist jedoch auch ein bisschen traurig. Doch warum eigentlich? Nach einem Kind, dass nur 6 Wochen gestillt wurde und einem Kind, dass gar nicht gestillt wurde, weiß ich, dass Mutterliebe nicht über die Muttermilch fließt, dass man sich seinem Kind auch ohne Brustkontakt nahe fühlen kann, dass auch Flaschenkinder gesund groß werden, erst recht, wenn es sich schon um Kleinkinder und keine Babys mehr handelt. Aber ich denke, genau das ist es auch, was mich in leichte Wehmut versetzt: Mit 19 Monaten ist mein jüngstes Kind schon eine ganze Weile kein Baby mehr und mit dem Abstillen sind die Babytage nun endgültig vorbei.
Doch Wehmut hin oder her: Etwas mehr Schlaf nach mehr als 1,5 Jahren sind allen leichten Abschmiedsschmerz vom Babyzeitalter wert. In diesem Sinne: Gute Nacht!
Mittwoch, 1. Mai 2013
Motivationstrainer wider Willen
Als ich vor fast 7 Jahren eine Mutter wurde, da ahnte ich nur, welche Rollen damit auf mich zukommen würden. Ich würde mein Kind ernähren, es lieben, es trösten, wenn es sich die Kniee aufgeschlagen hätte. All das konnte ich mir schon am Tage seiner Geburt vorstellen.
Damals ahnte ich jedoch noch nicht, dass zum Muttersein auch die Rolle eines Motivationstrainers gehören würde: Seit einigen Wochen gehen die zwei Großen in den Schwimmunterricht mit einer neuen Schwimmschule. Sie hassen es. So richtig. "Freitag ist ab jetzt mein schlimmer Tag." sagt der Große und hat schon ab Donnerstag eine faltige Stirn, weil er sich vor dem Schwimmunterricht graut. Ich sollte dafür Verständnis haben, denn schließlich rühren meine beinah einzigen schlechten Erinnerungen meiner Kindheit einzig und allein von meinem eigenen Schwimmunterricht aus der Schule her. Ich kann mich noch genau an das Grauen erinnern, dass jeder Dienstag mit sich brachte, an dem uns Herr Michaelis ins Wasser stieß, wenn wir zu lange zögerten.
Doch wirklich, ich sollte Verständnis haben. Nun müsst ihr aber verstehen: Ich habe für die Schwimmstunden der Kinder schon bezahlt. Und ganz genau deshalb hält sich mein Mitgefühl in Genzen und außerdem stößt hier keiner die Kinder ins Wasser, alle sind nett und freundlich. Die Kinder weinen und zetern trotzdem. Ein bisschen "tough laugh" ist hier gefragt und ganz viel positive Motivitation.
Und da sitze ich nun am Freitag und grinse, was das Zeug hält, bis mir die Mundwinkel schmerzen und fühle mich dabei sehr amerikanisch. "Das machst du ganz super, mein kleiner Schatz, doch, doch, du bleibst im Wasser."
"Oh doch, du bleibst im Wasser!!!! Du schwimmst doch schon fast allein, super, gaaaanz super, wirklich."
Eine halbe Stunde später ist das Wunder geschehen, die Kinder paddeln ganz zufrieden im Wasser und meine Mundwinkel begeben sich langsam wieder in ihre natürlich Position. Bis zum nächsten Freitag, wenn wir die nächste Schwimmstunde haben.
Damals ahnte ich jedoch noch nicht, dass zum Muttersein auch die Rolle eines Motivationstrainers gehören würde: Seit einigen Wochen gehen die zwei Großen in den Schwimmunterricht mit einer neuen Schwimmschule. Sie hassen es. So richtig. "Freitag ist ab jetzt mein schlimmer Tag." sagt der Große und hat schon ab Donnerstag eine faltige Stirn, weil er sich vor dem Schwimmunterricht graut. Ich sollte dafür Verständnis haben, denn schließlich rühren meine beinah einzigen schlechten Erinnerungen meiner Kindheit einzig und allein von meinem eigenen Schwimmunterricht aus der Schule her. Ich kann mich noch genau an das Grauen erinnern, dass jeder Dienstag mit sich brachte, an dem uns Herr Michaelis ins Wasser stieß, wenn wir zu lange zögerten.
Doch wirklich, ich sollte Verständnis haben. Nun müsst ihr aber verstehen: Ich habe für die Schwimmstunden der Kinder schon bezahlt. Und ganz genau deshalb hält sich mein Mitgefühl in Genzen und außerdem stößt hier keiner die Kinder ins Wasser, alle sind nett und freundlich. Die Kinder weinen und zetern trotzdem. Ein bisschen "tough laugh" ist hier gefragt und ganz viel positive Motivitation.
Und da sitze ich nun am Freitag und grinse, was das Zeug hält, bis mir die Mundwinkel schmerzen und fühle mich dabei sehr amerikanisch. "Das machst du ganz super, mein kleiner Schatz, doch, doch, du bleibst im Wasser."
"Oh doch, du bleibst im Wasser!!!! Du schwimmst doch schon fast allein, super, gaaaanz super, wirklich."
Eine halbe Stunde später ist das Wunder geschehen, die Kinder paddeln ganz zufrieden im Wasser und meine Mundwinkel begeben sich langsam wieder in ihre natürlich Position. Bis zum nächsten Freitag, wenn wir die nächste Schwimmstunde haben.
Sonntag, 21. April 2013
Urgestein
Natürlich ist mir klar, dass ich in den Augen meiner Kinder ganz schön alt bin. Für wie alt sie mich jedoch halten, wundert mich dann doch ab und zu wieder. Ich hatte ja bereits an anderer Stelle berichtet, dass der kleine Autofanatiker glaubt, dass die Krankenhäuser meiner Kindheit wie Kriegslazarette a la Florence Nightingale aussahen. Der Mittlere ist nicht viel besser:
Diese Woche schauten wir gemeinsam auf YouTube das Sandmännchen an. Daraufhin erzählte ich ihm, dass ich das auch schon als Kind angeguckt habe.
M (voller Erstaunen): Aber wie ging denn das ohne Fernseher?
Ich: Doch, doch, wir hatten schon Fernseher.
M (mit noch mehr Erstaunen): Und das ging ohne Elekrizität??????
Wahrscheinlich sollte ich mich freuen, dass er mit 4 schon den Zusammenhang zwischen Elektrizität und Fernseher erkannt hat...
Diese Woche schauten wir gemeinsam auf YouTube das Sandmännchen an. Daraufhin erzählte ich ihm, dass ich das auch schon als Kind angeguckt habe.
M (voller Erstaunen): Aber wie ging denn das ohne Fernseher?
Ich: Doch, doch, wir hatten schon Fernseher.
M (mit noch mehr Erstaunen): Und das ging ohne Elekrizität??????
Wahrscheinlich sollte ich mich freuen, dass er mit 4 schon den Zusammenhang zwischen Elektrizität und Fernseher erkannt hat...
Donnerstag, 28. März 2013
Schöne Ferien
Wir sind in den nächsten Wochen im Winter- äh, ich meinte im Osterurlaub. Ich wünsche allerseits frohes Ostereiersuchen ob mit oder ohne Schnee (der kleine Autofanatiker hat den Vorteil bei Schnee schon gefunden: "Dann müssen wir nur Opas Fußstapfen im Garten folgen, wenn wir die Eier suchen.")!
Samstag, 16. März 2013
Geheimtipp gegen Windpocken oder Lost in Translation
Vor zwei Jahren hatten die zwei Großen Windpocken. Der Arzt empfiehl mir, eine Salbe mit Kamille zu kaufen (auf Englisch: camomile). Also ging ich in den Supermarkt, kaufte Kamillosan und irgendwann waren die Windpocken wieder weg.
Nun hat das Baby Windpocken. Dieser Tage ging ich in die Apotheke und wollte das bewährte Kamillosan "gegen die Windpocken" kaufen. Der Apotheker sah mich überrascht an.
"Aber Kamillosan ist doch nicht gegen Windpocken. Dafür gibt es Calomine."
Jetzt war es an mir, ihn überrascht anzuschauen. Und dann dämmerte es mir. Der Arzt hatte mir damals Calomine empfohlen, da ich aber das Wort nicht kannte, hatte ich Camomile gehört und gekauft. Aber weil ich davon überzeugt war, dass die Salbe mit Kamille die Richtige war, hatte sie in meinen Augen den Großen damals auch geholfen. Nur jetzt habe ich leider den Glauben in sie verloren. Deshalb nehmen wir jetzt Calomine. Ganz langweilig. Wie alle anderen auch. Ein Restzweifel bleibt trotzdem: Ich denke immer noch, dass sich die Wirksamkeit nicht wirklich unterschieden hat. Aber vielleicht hat es das arme Baby auch einfach nur schlimmer erwischt.
Nun hat das Baby Windpocken. Dieser Tage ging ich in die Apotheke und wollte das bewährte Kamillosan "gegen die Windpocken" kaufen. Der Apotheker sah mich überrascht an.
"Aber Kamillosan ist doch nicht gegen Windpocken. Dafür gibt es Calomine."
Jetzt war es an mir, ihn überrascht anzuschauen. Und dann dämmerte es mir. Der Arzt hatte mir damals Calomine empfohlen, da ich aber das Wort nicht kannte, hatte ich Camomile gehört und gekauft. Aber weil ich davon überzeugt war, dass die Salbe mit Kamille die Richtige war, hatte sie in meinen Augen den Großen damals auch geholfen. Nur jetzt habe ich leider den Glauben in sie verloren. Deshalb nehmen wir jetzt Calomine. Ganz langweilig. Wie alle anderen auch. Ein Restzweifel bleibt trotzdem: Ich denke immer noch, dass sich die Wirksamkeit nicht wirklich unterschieden hat. Aber vielleicht hat es das arme Baby auch einfach nur schlimmer erwischt.
Montag, 11. März 2013
Kinder auf Diät
Ich hatte ja vor ein paar Wochen schon geschrieben, dass in Großbritannien Übergewicht bei Kindern ein großes Problem ist und angeblich jedes dritte Kind davon betroffen sein soll. Es ist ganz sicher ein Klischee, aber viele Leute verbinden mit übergewichtigen Kindern doch auch Eltern, die sich nicht genügend um ihre Kinder kümmern, die ihnen statt selbst gekochten Mahlzeiten Fast-Food aus der Fish-und-Chips-Bude vorsetzen.
Diese Woche ist mir aufgefallen, dass dies dazu führt, dass manche Mütter in meiner Umgebung das Gewicht ihrer Kinder als Erfolgsindikator für ihre Erziehungsmethoden sehen. Die Mütter in meiner Umgebung gehören hauptsächlich zur wettbewerbsorientierten, gebildeten und erfolgreichen Mittelschicht, man diskutiert gern und viel.
Vor ein paar Tagen wurden die Kleinen in der Schule gemessen und gewogen. Dann kamen sie alle mit einem Brief nach Hause, in dem nicht nur das tatsächliche Gewicht stand, sondern auch noch eine Prozentzahl, die verrät, wo sie auf der "normalen" Kurve stehen. Bei über 100 Prozent ist das Kind zu dick. Seitdem werden sich vor der Schule die Zahlen nur so um die Köpfe geworden.
"Und, wieviel hat deiner?"
"Der kleine Jack hat ja 75 Prozent." Und dann muss man sich rechtfertigen, wenn die Prozentzahl etwas höher ist. "Aber der kleine Jack war ja zur Geburt auch schon so dick, da hat er eigentlich total abgenommen seitdem."
Der Höhepunkt war eine Mutter, die mir erzählte, dass sie ihr Kind jetzt auf Diät gesetzt hat. Und das Mädchen sah wirklich kein bisschen dicklich aus.
Natürlich möchte ich auch, dass meine Kinder gesund aufwachsen, sich gesund ernähren und nicht ungesund dick sind. Aber ich finde es doch auch bedenklich, wenn schon vierjährige Kinder durch ihre Eltern dazu erzogen werden, sich kritisch mit ihrem Gewicht auseinanderzusetzen. Was kommt als Nächstes? Darf man sich dann nicht mal mehr an dicken kleinen Babyspeckbeinchen erfreuen?
Diese Woche ist mir aufgefallen, dass dies dazu führt, dass manche Mütter in meiner Umgebung das Gewicht ihrer Kinder als Erfolgsindikator für ihre Erziehungsmethoden sehen. Die Mütter in meiner Umgebung gehören hauptsächlich zur wettbewerbsorientierten, gebildeten und erfolgreichen Mittelschicht, man diskutiert gern und viel.
Vor ein paar Tagen wurden die Kleinen in der Schule gemessen und gewogen. Dann kamen sie alle mit einem Brief nach Hause, in dem nicht nur das tatsächliche Gewicht stand, sondern auch noch eine Prozentzahl, die verrät, wo sie auf der "normalen" Kurve stehen. Bei über 100 Prozent ist das Kind zu dick. Seitdem werden sich vor der Schule die Zahlen nur so um die Köpfe geworden.
"Und, wieviel hat deiner?"
"Der kleine Jack hat ja 75 Prozent." Und dann muss man sich rechtfertigen, wenn die Prozentzahl etwas höher ist. "Aber der kleine Jack war ja zur Geburt auch schon so dick, da hat er eigentlich total abgenommen seitdem."
Der Höhepunkt war eine Mutter, die mir erzählte, dass sie ihr Kind jetzt auf Diät gesetzt hat. Und das Mädchen sah wirklich kein bisschen dicklich aus.
Natürlich möchte ich auch, dass meine Kinder gesund aufwachsen, sich gesund ernähren und nicht ungesund dick sind. Aber ich finde es doch auch bedenklich, wenn schon vierjährige Kinder durch ihre Eltern dazu erzogen werden, sich kritisch mit ihrem Gewicht auseinanderzusetzen. Was kommt als Nächstes? Darf man sich dann nicht mal mehr an dicken kleinen Babyspeckbeinchen erfreuen?
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