Aus einer kleinen Blogpause wurde eine längere Pause. Aus Tagen wurden Wochen und dann Monate. Wo ist nur die Zeit geblieben? Gerade war noch Sommer und jetzt ist der kürzeste Tag des Jahres schon wieder vorbei. Das heißt ja geradezu, wir nähern uns bereits in großen Schritten dem nächsten Sommer!
Doch bevor ich die kurzen Hosen wieder raushole (während meine englischen Mitbewohner sie gar nicht erst weggeräumt haben, aber das nur nebenbei), will ich noch kurz Rückschau halten und erklären, wie es zu dieser Blogpause kam: Wir sind umgezogen. Nicht nur von einem Haus ins andere, sondern in eine neue Gegend. Jetzt wohnen wir RICHTIG auf dem Land. In einem klitzekleinen englischen Dorf, in dem es außer einem Pub, Kirche und Schule nichts weiter gibt. Die Kinder mussten sich an eine neue Schule gewöhnen. Ich versuche immer noch, mir 60 neue Kinder und deren Eltern einzuprägen. Das Baby schläft tagsüber kaum noch, so dass weniger Zeit für anderes bleibt. Und ich scheine die letzten Monate damit zugebracht zu haben, Kartons auszupacken oder etwas zu suchen. So sind die Wochen im Eilflug vergangen.
Jetzt aber wünsche ich allen meinen verliebenen Lesern (Danke, Mama!) ein schönes Weihnachtsfest und verabschiede mich in die nächste Blogpause. Aber ich habe mir fest vorgenommen, im neuen Jahr wieder regelmäßiger von unserem Leben auf dem Land zu berichten.
Dienstag, 24. Dezember 2013
Donnerstag, 18. Juli 2013
Vergiss mein nicht
In letzter Zeit war es etwas ruhig auf meinem Blog. Nein, ich habe meinen kleinen Blog nicht vergessen, aber das Leben (Umzug, Arbeit, aktive Kinder) hat überhand genommen. Daran wird sich auch den Sommer über nichts ändern. Ich habe mir jedoch vorgenommen, im Herbst wieder mehr zu schreiben. Bis dahin wünsche ich euch allen einen schönen Sommer und bitte: Vergiss mein nicht!
Donnerstag, 13. Juni 2013
Hilfe, ein Mädchen in unserem Haus
Gestern hatten wir ein Mädchen zu Besuch. Ein Mädchen!!!!! Bei drei Söhnen bekomme ich nur selten Mädchen zu Gesicht und meist bin ich konkurrenzlos die einzige Prinzessin/ Königin/ Dienerin im Haus.
Der kleine Autofanatiker ist (bis auf seine Kusine) auch ausschließlich mit Jungs befreundet. Der Mittlere allerdings geht in eine Klasse mit überwiegend Mädchen und hat schon seit einiger Zeit eine beste Freundin. Diese nun hat uns gestern besucht.
Zuerst ging alles gut. Der Mittlere und seine Freundin spielten zusammen Ritter und Prinzessin, wobei der Mittlere abwechselnd der Böse sein musste, der die Prinzessin ins Gefängnis warf und danach wieder der gute Ritter, der sie befreite. Der große Bruder machte am Küchentisch seine Hausaufgaben. Dann aber durfte der Große mitspielen und das Mädchen war plötzlich nur noch an ihm interessiert. Armer Mittlerer!
Irgendwann hatten sie sich aber zusammengerauft und saßen ganz einträchtig beim Abendessen. Ach wie schön ist es doch mit Mädchen. Ganz manierlich saß die Kleine da und aß ihr Essen, während die Jungs auf - und absprangen und dabei geräuschvoll ihre Pizza vertilgten. Gerade wollte mir ein kleiner wehmütiger Seufzer entweichen, als unser Gast meinte "Aber zu Hause bin ich immer viel ungezogener."
Beruhigend zu wissen! Und heute bin ich wieder die einzige Königin im Haus, der niemand den rosa Teller wegnimmt.
Der kleine Autofanatiker ist (bis auf seine Kusine) auch ausschließlich mit Jungs befreundet. Der Mittlere allerdings geht in eine Klasse mit überwiegend Mädchen und hat schon seit einiger Zeit eine beste Freundin. Diese nun hat uns gestern besucht.
Zuerst ging alles gut. Der Mittlere und seine Freundin spielten zusammen Ritter und Prinzessin, wobei der Mittlere abwechselnd der Böse sein musste, der die Prinzessin ins Gefängnis warf und danach wieder der gute Ritter, der sie befreite. Der große Bruder machte am Küchentisch seine Hausaufgaben. Dann aber durfte der Große mitspielen und das Mädchen war plötzlich nur noch an ihm interessiert. Armer Mittlerer!
Irgendwann hatten sie sich aber zusammengerauft und saßen ganz einträchtig beim Abendessen. Ach wie schön ist es doch mit Mädchen. Ganz manierlich saß die Kleine da und aß ihr Essen, während die Jungs auf - und absprangen und dabei geräuschvoll ihre Pizza vertilgten. Gerade wollte mir ein kleiner wehmütiger Seufzer entweichen, als unser Gast meinte "Aber zu Hause bin ich immer viel ungezogener."
Beruhigend zu wissen! Und heute bin ich wieder die einzige Königin im Haus, der niemand den rosa Teller wegnimmt.
Mittwoch, 5. Juni 2013
Auf der Insel der Glückseligen
Ich lasse mich hier gern berichtigen, aber beim Anschauen der Frühstücksnachrichten in den letzten Tagen auf dem BBC ist mir doch wieder einmal klar geworden, dass wir hier anscheinend auf der Insel der Glückseligen leben. Der halbe Kontinent steht unter Wasser? In der Türkei schlagen sie sich die Köpfe ein? Ist uns hier doch egal! Die Hauptmeldungen in den letzten Tagen waren: das 60-jährige Thronjubiläum der Queen, Wartezeiten im Krankenhaus, warum Schwangere keine Haushaltschemikalien benutzen sollen und eine Katze, die auf den Baum geklettert war. Na schön, das mit der Katze habe ich mir ausgedacht, aber der Rest stimmt!
Dank Internet bin ich nicht auf die Insel-zentrierte Berichterstattung angewiesen und sende auf diesem Wege viele Grüße und gute Wünsche an alle, die vom Hochwasser betroffen sind!
Dank Internet bin ich nicht auf die Insel-zentrierte Berichterstattung angewiesen und sende auf diesem Wege viele Grüße und gute Wünsche an alle, die vom Hochwasser betroffen sind!
Donnerstag, 9. Mai 2013
Abgestillt
Als das Baby kürzlich genau 19 Monate alt war, hat er sich abgestillt. Endlich. Aber irgendwie doch auch nicht endlich.
Ich habe mich nie als jemand gesehen, der sein Kleinkind noch an die Brust legen würde, aber es lief einfach so gut. Meine halbherzigen Versuche, ihm die Brust abzugewöhnen, hatte er bislang mit nächtlichem Schreien quittiert und so habe ich ihn Nacht für Nacht mit dem Stillen beruhigt. Mit 19 Monaten allerdings schlief er plötzlich für eine Nacht durch. Und dann noch eine, in der er nur urz aufwachte, seinen Schnuller wollte und dann wieder in den Schlaf sank. Das war es. Der Strom ist versiegt, die Brust gehört wieder mir und ich sollte mich freuen.
Ein Teil von mir tut es auch. Schliesslich schläft das Baby jetzt wesentlich besser und wenn er doch aufwacht, könnte auch der große Autofanatiker aufstehen (theoretisch! Praktisch hört er natürlich nichts...).
Ein kleiner Teil von mir ist jedoch auch ein bisschen traurig. Doch warum eigentlich? Nach einem Kind, dass nur 6 Wochen gestillt wurde und einem Kind, dass gar nicht gestillt wurde, weiß ich, dass Mutterliebe nicht über die Muttermilch fließt, dass man sich seinem Kind auch ohne Brustkontakt nahe fühlen kann, dass auch Flaschenkinder gesund groß werden, erst recht, wenn es sich schon um Kleinkinder und keine Babys mehr handelt. Aber ich denke, genau das ist es auch, was mich in leichte Wehmut versetzt: Mit 19 Monaten ist mein jüngstes Kind schon eine ganze Weile kein Baby mehr und mit dem Abstillen sind die Babytage nun endgültig vorbei.
Doch Wehmut hin oder her: Etwas mehr Schlaf nach mehr als 1,5 Jahren sind allen leichten Abschmiedsschmerz vom Babyzeitalter wert. In diesem Sinne: Gute Nacht!
Ich habe mich nie als jemand gesehen, der sein Kleinkind noch an die Brust legen würde, aber es lief einfach so gut. Meine halbherzigen Versuche, ihm die Brust abzugewöhnen, hatte er bislang mit nächtlichem Schreien quittiert und so habe ich ihn Nacht für Nacht mit dem Stillen beruhigt. Mit 19 Monaten allerdings schlief er plötzlich für eine Nacht durch. Und dann noch eine, in der er nur urz aufwachte, seinen Schnuller wollte und dann wieder in den Schlaf sank. Das war es. Der Strom ist versiegt, die Brust gehört wieder mir und ich sollte mich freuen.
Ein Teil von mir tut es auch. Schliesslich schläft das Baby jetzt wesentlich besser und wenn er doch aufwacht, könnte auch der große Autofanatiker aufstehen (theoretisch! Praktisch hört er natürlich nichts...).
Ein kleiner Teil von mir ist jedoch auch ein bisschen traurig. Doch warum eigentlich? Nach einem Kind, dass nur 6 Wochen gestillt wurde und einem Kind, dass gar nicht gestillt wurde, weiß ich, dass Mutterliebe nicht über die Muttermilch fließt, dass man sich seinem Kind auch ohne Brustkontakt nahe fühlen kann, dass auch Flaschenkinder gesund groß werden, erst recht, wenn es sich schon um Kleinkinder und keine Babys mehr handelt. Aber ich denke, genau das ist es auch, was mich in leichte Wehmut versetzt: Mit 19 Monaten ist mein jüngstes Kind schon eine ganze Weile kein Baby mehr und mit dem Abstillen sind die Babytage nun endgültig vorbei.
Doch Wehmut hin oder her: Etwas mehr Schlaf nach mehr als 1,5 Jahren sind allen leichten Abschmiedsschmerz vom Babyzeitalter wert. In diesem Sinne: Gute Nacht!
Mittwoch, 1. Mai 2013
Motivationstrainer wider Willen
Als ich vor fast 7 Jahren eine Mutter wurde, da ahnte ich nur, welche Rollen damit auf mich zukommen würden. Ich würde mein Kind ernähren, es lieben, es trösten, wenn es sich die Kniee aufgeschlagen hätte. All das konnte ich mir schon am Tage seiner Geburt vorstellen.
Damals ahnte ich jedoch noch nicht, dass zum Muttersein auch die Rolle eines Motivationstrainers gehören würde: Seit einigen Wochen gehen die zwei Großen in den Schwimmunterricht mit einer neuen Schwimmschule. Sie hassen es. So richtig. "Freitag ist ab jetzt mein schlimmer Tag." sagt der Große und hat schon ab Donnerstag eine faltige Stirn, weil er sich vor dem Schwimmunterricht graut. Ich sollte dafür Verständnis haben, denn schließlich rühren meine beinah einzigen schlechten Erinnerungen meiner Kindheit einzig und allein von meinem eigenen Schwimmunterricht aus der Schule her. Ich kann mich noch genau an das Grauen erinnern, dass jeder Dienstag mit sich brachte, an dem uns Herr Michaelis ins Wasser stieß, wenn wir zu lange zögerten.
Doch wirklich, ich sollte Verständnis haben. Nun müsst ihr aber verstehen: Ich habe für die Schwimmstunden der Kinder schon bezahlt. Und ganz genau deshalb hält sich mein Mitgefühl in Genzen und außerdem stößt hier keiner die Kinder ins Wasser, alle sind nett und freundlich. Die Kinder weinen und zetern trotzdem. Ein bisschen "tough laugh" ist hier gefragt und ganz viel positive Motivitation.
Und da sitze ich nun am Freitag und grinse, was das Zeug hält, bis mir die Mundwinkel schmerzen und fühle mich dabei sehr amerikanisch. "Das machst du ganz super, mein kleiner Schatz, doch, doch, du bleibst im Wasser."
"Oh doch, du bleibst im Wasser!!!! Du schwimmst doch schon fast allein, super, gaaaanz super, wirklich."
Eine halbe Stunde später ist das Wunder geschehen, die Kinder paddeln ganz zufrieden im Wasser und meine Mundwinkel begeben sich langsam wieder in ihre natürlich Position. Bis zum nächsten Freitag, wenn wir die nächste Schwimmstunde haben.
Damals ahnte ich jedoch noch nicht, dass zum Muttersein auch die Rolle eines Motivationstrainers gehören würde: Seit einigen Wochen gehen die zwei Großen in den Schwimmunterricht mit einer neuen Schwimmschule. Sie hassen es. So richtig. "Freitag ist ab jetzt mein schlimmer Tag." sagt der Große und hat schon ab Donnerstag eine faltige Stirn, weil er sich vor dem Schwimmunterricht graut. Ich sollte dafür Verständnis haben, denn schließlich rühren meine beinah einzigen schlechten Erinnerungen meiner Kindheit einzig und allein von meinem eigenen Schwimmunterricht aus der Schule her. Ich kann mich noch genau an das Grauen erinnern, dass jeder Dienstag mit sich brachte, an dem uns Herr Michaelis ins Wasser stieß, wenn wir zu lange zögerten.
Doch wirklich, ich sollte Verständnis haben. Nun müsst ihr aber verstehen: Ich habe für die Schwimmstunden der Kinder schon bezahlt. Und ganz genau deshalb hält sich mein Mitgefühl in Genzen und außerdem stößt hier keiner die Kinder ins Wasser, alle sind nett und freundlich. Die Kinder weinen und zetern trotzdem. Ein bisschen "tough laugh" ist hier gefragt und ganz viel positive Motivitation.
Und da sitze ich nun am Freitag und grinse, was das Zeug hält, bis mir die Mundwinkel schmerzen und fühle mich dabei sehr amerikanisch. "Das machst du ganz super, mein kleiner Schatz, doch, doch, du bleibst im Wasser."
"Oh doch, du bleibst im Wasser!!!! Du schwimmst doch schon fast allein, super, gaaaanz super, wirklich."
Eine halbe Stunde später ist das Wunder geschehen, die Kinder paddeln ganz zufrieden im Wasser und meine Mundwinkel begeben sich langsam wieder in ihre natürlich Position. Bis zum nächsten Freitag, wenn wir die nächste Schwimmstunde haben.
Sonntag, 21. April 2013
Urgestein
Natürlich ist mir klar, dass ich in den Augen meiner Kinder ganz schön alt bin. Für wie alt sie mich jedoch halten, wundert mich dann doch ab und zu wieder. Ich hatte ja bereits an anderer Stelle berichtet, dass der kleine Autofanatiker glaubt, dass die Krankenhäuser meiner Kindheit wie Kriegslazarette a la Florence Nightingale aussahen. Der Mittlere ist nicht viel besser:
Diese Woche schauten wir gemeinsam auf YouTube das Sandmännchen an. Daraufhin erzählte ich ihm, dass ich das auch schon als Kind angeguckt habe.
M (voller Erstaunen): Aber wie ging denn das ohne Fernseher?
Ich: Doch, doch, wir hatten schon Fernseher.
M (mit noch mehr Erstaunen): Und das ging ohne Elekrizität??????
Wahrscheinlich sollte ich mich freuen, dass er mit 4 schon den Zusammenhang zwischen Elektrizität und Fernseher erkannt hat...
Diese Woche schauten wir gemeinsam auf YouTube das Sandmännchen an. Daraufhin erzählte ich ihm, dass ich das auch schon als Kind angeguckt habe.
M (voller Erstaunen): Aber wie ging denn das ohne Fernseher?
Ich: Doch, doch, wir hatten schon Fernseher.
M (mit noch mehr Erstaunen): Und das ging ohne Elekrizität??????
Wahrscheinlich sollte ich mich freuen, dass er mit 4 schon den Zusammenhang zwischen Elektrizität und Fernseher erkannt hat...
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