Montag, 17. Oktober 2011

Happy Ein-Monats-Geburtstag

Er sieht aus wie ein schlecht gelaunter alter Mann.
Er hat keine Haare.
Er hat keine Zähne.
Er lächelt nicht zurück, wenn man ihn anlächelt.
Er lässt mich nachts nicht schlafen.
Er zieht an meinen Brüsten bis sie schmerzen.
Er schreit laut.
Er hat ständig eine stinkende Windel.

Schon komisch, dass so ein Wesen mein Herz ganz und gar gestohlen hat.

Alles Liebe zum Ein-Monats-Geburtstag mein Baby Brownie.

Sonntag, 9. Oktober 2011

Für die Papas

Heute mal ein Beitrag mit ein paar Ratschlägen für alle neuen Väter im Umgang mit ihren lieben Frauen:

1. Gaaaaanz viel Toleranz
Schlafentzug macht vergesslich, zuweilen übellaunig, uneinsichtig und unvernünftig. Deshalb, liebe Männer, übt euch in Toleranz, wenn eure Frau euren Geburtstag vergessen hat oder sie sich bei euch über etwas beschwert, was gar nicht eure Schuld ist. Die Frau, in die ihr euch verliebt habt und die über eure Witze gelacht hat, kommt irgendwann wieder. Und ich will jetzt nichts hören, von wegen, ihr leidet auch unter Schlafentzug. Oder vielleicht sogar, ihr müsst schließlich früh ins Büro, während sie ja nur daheim beim Baby ist. Das ist nun wirklich das ganz Falsche, was ihr jetzt sagen könnt.

2. Komplimente
Vielleicht sind die Haare ungewaschen, der Schlafanzug noch am Mittag an und der Schwangerschaftsbauch zu sehen, das heißt aber nicht, dass wir keine Komplimente wollen. Nur glaubwürdig sollten sie schon sein. "Du trägst aber heute einen besonders hübschen Schlafanzug" könnte als Ironie ausgelegt werden oder auch "So rundlich gefällts du mir eigentlich viel besser." finden die wenigsten Frauen schön.

3. Das Baby zerbricht nicht gleich
Nun gut, der Ratschlag betrifft heute wahrscheinlich nicht mehr all zu viele Männer. Ich fürchte fast, er betrifft nur den großen Autofanatiker. Trotzdem, er lautet: ein Baby zerbricht nicht gleich und das ist wirklich kein Entschuldigungsgrund, sich um das Windel wechseln zu drücken.

4. Irgendwann schaut sie euch wieder an
Also schön, ihr seid in ihrem Herzen sehr wahrscheinlich einen Platz nach hinten gerutscht oder müsst euch zumindest den Platz mit dem Baby teilen. Und wahrscheinlich sind die verliebten Blicke, die sie euch einst zugeworfen hat, nun für das Baby reserviert. Das heißt aber nicht, dass ihr nun alle möglichen Dummheiten anstellen sollt, um ihre Aufmerksamkeit zu erlangen. Es wird euch ohnehin nicht gelingen. Seid Männer. Akzeptiert es.

So, ich muss das jetzt erst mal ins Englische übersetzen und dann an strategischer Stelle im Haus liegenlassen...

Samstag, 24. September 2011

Ich darf vorstellen

Das Baby ist ja nun bereits seit einiger Zeit ganz genau genommen kein Baby mehr. Am vergangenen Samstag wurde er mit der Ankunft seines kleinen Babybruders endgültig vom Thron des Kleinsten verstoßen. Sollte er deshalb jetzt einen neuen Namen bekommen? Wahrscheinlich schon. Aber wo er nun plötzlich nicht mehr der Kleine und Niedliche ist, wo er sich daran gewöhnen muss, dass die Blicke der Leute nun zuerst in den Kinderwagen gehen und nicht mehr an seinem lustigen kleinen Gesicht hängenbleiben, da kommt es mir fast grausam vor, ihm auch noch den Namen wegzunehmen.

Außerdem hat das Baby ja gleich einen Namen für seinen kleinen Bruder gefunden. Entgegen aller Beteuerungen von anderen Leuten besteht er darauf, den Kleinen Brownie zu nennen. Jeder, der ihn fragt, wie denn sein kleiner Bruder heißt, bekommt zu hören "Brownie". Und das meint er ganz ernst. Ich wundere mich schon fast, dass uns aus Schule und Kindergarten (wo er dies am Montag morgen allen Leuten verkündete) noch niemand zur Geburt des kleinen Brownie gratuliert hat.

Und da haben wir es: ein kleiner Autofanatiker, ein Baby und ein Brownie. Meine kleine Jungsherde.

Dienstag, 13. September 2011

Frühstücksthemen

Für alle die denken, dass das Leben mit kleinen Kindern eintönig, geistestötend und langweilig ist, hier eine kleine Zusammenfassung unserer Gespräche von nur einer einzigen Mahlzeit, unserem heutigen Frühstück (zugegebenermaßen war jeder zweite oder dritte Satz von mir trotzdem "Jetzt esst bitte mal auf, wir müssen gleich los.").

Thema Nummer 1: Der kleine Autofanatiker behandelt in der Schule gerade das Thema "Spielzeug gestern und heute". Eine längere Diskussion entwickelte sich daher über das alte Spielzeug, mit dem die Mama früher gespielt hatte. Ich: "Naja, so alt ist das ja nun auch noch nicht." Die Kinder: "Doch, doch, denn du bist ja auch schon gaaaaaanz alt."

Thema Nummer 2: "Mama, wieso ist der Porridge, den ich jetzt esse, hell, aber das AA ist dann braun?" Kein Frühstücksthema? Leider denken meine Kinder nicht so. Ich hatte übrigens keine Ahnung.

Thema Nummer 3: "Was essen eigentlich Libellen?" Auch hier muss ich zugeben, dass ich keine Ahnung habe. Zum Glück gibt es das Internet.

Thema Nummer 4: Ich erwähnte, dass das Baby heute seinen Tauftag hat und löste damit eine ganze Flut von Fragen aus. Angefangen von den Einfachereren wie "Wird man mehr als einmal getauft?" und "Was ist aus den Soldaten geworden, die den Herrn Jesus gekreuzigt haben?" (nebenbei: sollte ich mir Gedanken machen, dass die Kreuzigungsgeschichte, die liebste Bibelgeschichte meines ältesten Sohnes zu sein scheint??), bis hin zu den Schwierigeren "Warum ist der Jesus vom Tod auferstanden?" und "Wie groß ist er?"

Und das alles vor früh um 8 Uhr. Eine Zeit, in der ich in früheren Zeiten nicht einmal in der Lage war, ganze Sätze zu formulieren, muss ich mir heute Gedanken zu Religion, Biologie und Verdauung machen. Anstrengend? Zuweilen. Unappetitlich? Manchmal. Lustig? Oft. Langweilig? Nie.

Montag, 5. September 2011

Ich habe einen Blick in die Zukunft geworfen...

...und sie gefiel mir gut.

Kürzlich waren der kleine Autofanatiker, das Baby und ich spazieren. Nach etwa 50 Metern fiel dem Baby ein, dass er jetzt doch lieber nicht mit dem Fahrrad fahren wollte. In meinem hochschwangeren Zustand, der erstens mein Gehirn regelmäßig zu vernebeln scheint und in dem ich außerdem keinen Schritt zu viel machen möchte, begann ich eine längere Diskussion mit dem Baby, dass ich auf keinen Fall sein Fall sein Fahrrad tragen würde, aber zurückgehen wollte ich auch nicht. Das Baby interessierte das herzlich wenig. Der kleine Autofanatiker hörte erst zu und übernahm schließlich die Kontrolle der Situation: "Mama, ich bringe das Fahrrad jetzt zurück zum Haus und lasse es da stehen und ich bin gleich wieder da." Und das tat er dann auch. Ganz souverän und ganz erwachsen. Einen Augenblick lang konnte ich meinen kleinen Mann als großen Mann sehen, der sich ganz einfach und selbstverständlich kümmert. Hoffentlich dann auch noch um seine alte Mutter!

Sonntag, 28. August 2011

Ach, die englische Sprache

Meistens habe ich ja durchaus das Gefühl, dass ich mich in meinem Gastland verständlich machen kann und verstehe, was um mich herum gesagt wird. Aber so ab und zu kommt es schon mal zu Kommunikationsproblemen. Wie gestern abend.

Da saßen der große Autofanatiker und ich vor dem Fernseher und diskutierten, ob wir denn zusammen einen Film anschauen würden. Der große Autofanatiker schlug einen Film vor. Ich wusste, dass Vorsicht angesagt war.
"Gibt es in dem Film Waffen?" tastete ich mich vorsichtig heran.
"Nein, gibt es nicht." lautete die Antwort.
Schon mal gut. Vielleicht bestand ja doch Hoffnung. "Ist der Film lustig?"
"Eher nicht."
Meine Hoffnungen auf einen netten Film schwanden, aber eine Frage wollte ich doch noch stellen, bevor ich den Film ablehnen würde. "Gibt es in dem Film Romantik?"
Der große Autofanatiker guckte mich leicht verwundert an. "Ähm, nein. Warum?"
Ja, wie warum???? So eine Frage kann auch nur ein Mann stellen. Leicht irritiert setzte ich nun zu einer Erklärung an, warum Liebesfilme durchaus schön sein können.

Die Diskussion setzte sich noch eine kleine Weile fort, bis sich schließlich herausstellte, dass ich keineswegs gefragt hatte, ob es sich denn um einen romantischen Film handelte (romance), sondern aufgrund einer falschen Betonung von mir, hatte ich ganz offensichtlich gefragt, ob in dem Film denn auch Römer (romans) vorkämen. Dass Römer (oder meinetwegen auch ein paar alte Griechen) für mich in einen guten Film gehören, waren sowohl dem großen Autofanatiker als auch mir neu. Kein Wunder, dass der arme Mann ganz verwundert war.

Dienstag, 19. Juli 2011

Die Sommerpause naht

Nur noch zwei Tage Schule und dann können wir alle gemeinsam singen: "School is out for the summer." Ach, der Zauber dieser Worte "die großen Sommerferien" haben auch als Mutter mit Schulkind noch nichts von dem Glanz verloren, den sie verstrahlten, als ich selbst noch ein Schulkind war. Natürlich würde ich das sicher anders sehen, wenn ich selbst regelmäßig berufstätig wäre und plötzlich die Kinderbetreuung ersetzen müsste. Aber so kann ich mich auf Wochen mit meinen Söhnen freuen, in denen ich nicht jeden Tag damit beginne, sie anzutreiben, sich anzuziehen und "jetzt aber mal ganz schnell" noch das Frühstück zu essen, denn wir sind "schon wieder spät dran". So kann ich mich auf Wochen freuen, in denen ICH die Stunden mit meinen Kindern verbringen werde, in denen sie gutgelaunt sind, statt nachmittags ein müdes Kind vom Schultor abzuholen, das den Rest des Tages oft nur noch mit viel Grummeln und Maulen übersteht.

Trotzdem war es ein gutes Jahr, unser erstes Jahr im englischen Schulsystem. Was haben wir nicht alles gelernt, der kleine Autofanatiker ebenso wie ich. Lesen (der kleine Autofanatiker), Schuluniformen sind eigentlich gar nicht so schlimm (ich); Schreiben (der kleine Autofanatiker); Schulaufführungen fühlen sich immer sehr lang an, deshalb sollte man sehr zeitig kommen, damit man wenigstens in der ersten Reihe sitzt, um seinem Kind ab und zu zuwinken zu können (ich), was komische Abkürzungen bedeuten wie z.B. Mufti (der kleine Autofanatiker und ich zusammen).

Und wenn der September kommt, freuen wir uns sicher beide wieder auf die Schule. Aber jetzt fliegen wir fürs Erste nach Deutschland für die nächsten Wochen.