Der kleine Autofanatiker macht zwar viele grammatikalische Fehler, aber spricht eigentlich ganz nett Deutsch. Das Baby dagegen spricht zwar in deutschen Sätzen, legt dem aber oft englische Worte zugrunde. Ein Beispiel gefällig?
Ein Satz auf Deutsch: Ich hole mal schnell den Geburtstagskuchen.
Ein Satz auf Englisch: I quickly get the birthday cake.
Ein Satz auf Babyish: Ich gette schnell die Birthdaykuchen.
Ja, das bekannte deutsche Verb "Getten": ich gette, du gettest, er gettet...
Und wie verführerisch ist diese Art zu sprechen. Denn nicht nur den Kindern, sondern auch mir rollen oft die englischen Worte leichter von der Zunge als die deutschen. Da muss ich mich schon sehr anstrengen, um alles in korrektem Deutsch zu wiederholen und zu beantworten. Ich hoffe, auf lange Sicht nützt es was. Aber vielleicht talken wir ja in Future alle more so.
Kürzlich lag das Baby krank im Bett und stöhnte "Mama, was ist wrong with mich?" Das nenne ich gelebtes Esperando.
Posts mit dem Label Zweisprachigkeit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Zweisprachigkeit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Dienstag, 31. Januar 2012
Dienstag, 9. Februar 2010
Dreisprachige Erziehung
In verschiedensten und entlegensten Regionen der Welt gibt es kleine deutsche Enklaven, deutsche Dörfer, die von Auswanderern gegründet wurden und wo immer noch das Deutsch gesprochen wird, das man in Deutschland zur Zeit der Auswanderung sprach, da sich die Sprache in diesen abgeschnittenen Orten ja nicht weiterentwickelt hat, wie sie das in der Sprachheimat tat.
Ich will nicht behaupten, dass mein Haushalt auf dem besten Wege ist, eine solche sprachliche Enklave zu werden, aber ich musste doch daran denken, als es sich neulich herausstellte, dass ich ein Wort immer falsch verwendete. In meinem heimatlichen Dialekt (den ich im übrigen nur mangelhaft beherrsche, das war der Beweis) gibt es das wunderschöne Wort "ausbutzeln", den man verwendet, wenn man sich nach dem Aufwachen noch ein bisschen im Bett räkeln und kuscheln möchte. Jahrelang hatte ich jedoch den kleinen Autofanatiker gefragt, ob er denn noch ein bisschen "ausbRutzeln" möchte. Ja ganz richtig, braten statt kuscheln. Hätte dies nicht zufällig jemand aus meiner Verwandschaft gehört, wäre der kleine Autofanatiker in dem Glauben großgeworden, dass das Wort tatsächlich "brutzeln" heißt und hätte es vielleicht noch seinen Kindern beigebracht.
Dies hat mich aber schon zu der Frage gebracht, was ich vielleicht den Kindern noch alles falsch beibringe in Sachen deutscher Sprache. Schließlich lernen die Kinder hauptsächlich von mir deutsch und können sich nicht in der Schule, mit Freunden oder im Fernsehen rückversichern, dass das wirklich alles so stimmt. Zumindest fahren wir - im Gegensatz zu den Auswandern des 19. Jahrhunderts - recht oft nach Deutschland oder bekommen Besuch und wir haben hier auch eine deutsche Kirchgemeinde und einige deutsche Freunde (die aber vielleicht das gleiche Problem haben, vor allem wenn sie schon einige Zeit hier leben).
Und dann gibt es natürlich noch die Gefahr von Denglisch. Meist kann der kleine Autofanatiker sehr gut zwischen den beiden Sprachen unterscheiden, aber zuweilen kommt es schon mal zu Wortschöpfungen wie "Snowschuhe". Manchmal ist es schon verführerisch, solche Worte in den allgemeinen Sprachgebrauch aufzunehmen, weil sie so hübsch sind, aber dann sind wir wirklich auf dem besten Weg, eine Sprachenenklave zu schaffen, die nur wir verstehen.
Also, ab jetzt wird hier nur noch gutes Deutsch gesprochen. Ohne Anglizismen. OK? Ähm, ich meine, alles klar? Und vielleicht halte ich mich vom Dialekt ganz fern. Nur zur Sicherheit. Zweisprachige Erziehung für die Kinder reicht ja auch.
Also, ab jetzt wird hier nur noch gutes Deutsch gesprochen. Ohne Anglizismen. OK? Ähm, ich meine, alles klar? Und vielleicht halte ich mich vom Dialekt ganz fern. Nur zur Sicherheit. Zweisprachige Erziehung für die Kinder reicht ja auch.
Montag, 29. Juni 2009
Feeling hot, hot, hot oder Der Segen der Zweisprachigkeit
Es ist heiss hier diese Woche. Die Temperaturen befinden sich in den Endzwanzigern und gegen Ende der Woche sollen sie sogar die 30 Grad Marke ueberschreiten. Grund genug fuer das britische Wetteramt eine Hitzewellenwarnung auszugeben. Moeglicherweise greift sich der eine oder andere ans Kontinentalklima gewoehnte Deutsche nun leicht zweifelnd an den Kopf um diesen verwundert zu kratzen. 30 Grad und Hitzewelle? Ich erinnere mich gut an den vergangenen Sommer in Deutschland, in dem das Thermometer regelmaessig die 30 Grad ueberschritt. Von einer Hitzewelle sprach meiner Meinung nach da niemand. Aber wer in England lebt, weiss dass jedes Wetter, was leicht vom Normalen abweicht, regelmaessig fuer Chaos sorgt. Blaetter auf den Gleisen? Der Zug hat Verspaetung. Doch ich weiche ab.
Wenn man bedenkt, dass man hier ab spaetestens Maerz und dem ersten Sonnenschein kurze - je nach Geschlecht - Roecke oder Hosen, T-Shirts und Flip Flops sieht, muss einen eine Hitzewellenwarnung bei 30 Grad nicht mehr wundern. Stattdessen bleibt die Frage, was traegt man bei 30 Grad, wenn die Kleidungsstuecke fuer 10 Grad schon recht knapp bemessen sind. Die Antwort ist: nicht viel. Und dies bringt mich zur Ueberschrift meines Posts.
Der kleine Autofanatiker waechst ja zweisprachig auf, wobei der wohl groesste Vorteil zweisprachiger Erziehung ganz klar die Tatsache ist, dass die Kinder fliessend zwei Sprachen sprechen. Heute jedoch hatte ich wieder einmal Gelegenheit einen eher weniger oft diskutierten Nutzen von Bilingualitaet zu erleben. Wir waren unterwegs und wie bereits festgestellt, es ist heiss und man traegt wenig, sehr wenig. Ein leicht uebergewichtiger Mann war nur noch mit einer recht kurzen Hose und sonst gar nichts unterwegs, was der kleine Autofanatiker lautstark und in Hoernaehe des Mannes kommentierte. Eine Situation, in der sich sicher die meisten Eltern frueher oder spaeter einmal befinden. Doch statt schamvoll zu erroeten und schnellstens das Weite zu suchen, wie ich das in Deutschland getan haette, konnte ich hoch erhobenen Hauptes weitergehen, denn natuerlich hatte der kleine Autofanatiker seine zwar unschuldigen aber in der Erwachsenenwelt nicht ganz politisch korrekten Bemerkungen auf Deutsch gemacht und es ist davon auszugehen, dass der Mann davon nichts verstanden hat. Zumindest wuenschte er uns noch freundlich einen "Guten Morgen".
Mein heutiges Fazit ist daher: es lebe die Zweisprachigkeit! Und sei es nur um Mama vor einer Peinlichkeit zu bewahren.
Abonnieren
Posts (Atom)